Deutschland

Wandern & Klettern am Tegelberg in Schwangau nahe Schloss Neuschwanstein

Der Tegelberg liegt im Ort Schwangau nahe der Stadt Füssen und direkt an den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau. Mit einer Höhe von 1.881 m ist der Tegelberg ein imposanter Berg in den Ammergauer Alpen, wobei es sich beim Berggipfel um den Branderschrofen handelt.

Am Tegelberg führen mehrere Wanderwege hinauf zum Gipfel inkl. einer tollen Rundwanderung über die Marienbrücke am Schloss Neuschwanstein (bis Herbst 2022 gesperrt) und drei Klettersteige mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Außerdem gibt es eine Sommerrodelbahn sowie einen Startplatz für Gleitschirm- und Drachenflieger direkt an der Bergstation der Tegelbergbahn.

Einige Almhütten laden auf dem Weg zum Gipfel zu einer Einkehr ein und die Ausblicke auf Füssen, die Königsschlösser und die vielen Seen rund um Füssen sind einfach grandios.

Ich stelle dir heute die Wanderung auf den Gipfel über den Schutzengelweg sowie über den Gelbe Wand Klettersteig vor.

Ich habe die Wanderung auf den Tegelberg sowie die Begehung des Gelbe Wand Steiges im Rahmen einer Pressereise mit Füssen Tourismus und Marketing unternehmen dürfen. Meine Meinung ist aber in keiner Form davon beeinflusst worden.

Frau steht auf einem Berg und schaut hinab ins Tal - dort liegen zwei Seen und mehrere kleine Orte in den Wiesen
Großartige Aussichten vom Tegelberg

Tegelbergbahn

Natürlich fährt auch eine Gondel auf den beliebten Tegelberg – die Tegelbergbahn (Tegelbergstraße 33 – 87645 Schwangau). Sie fährt von der Talstation auf 830 m Höhe bis hinauf auf 1.720 m Höhe. Die Gondelbahn ist sehr modern und wurde erst im Jahr 2021 erneuert. In den beiden Kabinen der Gondel finden jeweils 44 Personen Platz.

Betriebszeiten der Tegelbergbahn

  • Sommer: 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
  • Winter: 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Preise für die Fahrt mit der Gondelbahn

  • Erwachsene: 27 € (Berg- und Talfahrt) / 17,50 € (einfache Fahrt)
  • Jugendliche: 26 € / 16,50 €
  • Kinder (6 – 15 Jahre): 12 € / 7,50 €
  • mehrere Varianten für Familienkarten
  • Hunde: 3 €
Blick in ein grünes Tal mit blauem See aus einer Gondel heraus
Blick ins Tal aus der Tegelbergbahn

Wandern am Tegelberg

Der Tegelberg ist mit insgesamt vier Wanderwegen in unterschiedlichen Längen sehr gut erschlossen. Alle Wanderwege beginnen im Prinzip direkt an der Talstation der Tegelbergbahn und führen hinauf zum Branderschrofen. Der kürzeste Weg zum Gipfel ist der Schutzengelweg, dann gibt es den Aufstieg über die Drehhütte, der danach auf den Schutzengelweg führt und zwei weitere Wanderwege, die über die Marienbrücke am Schloss Neuschwanstein zum Gipfel führen. Diese Wege sind der als schwer gekennzeichnete Marienbrückenweg und der leichte Naturpfad Ahornreitweg (derzeit nur bedingt begehbar, wegen der Sperrung der Pöllatschlucht und der Marienbrücke).

Alle Wege sind natürlich nicht nur als Aufstieg sondern auch Retour als Abstieg möglich. Allerdings werden die Aussichten nach oben hin immer besser, sodass der Aufstieg definitiv lohnenswerter ist, da hier das Beste zum Schluss kommt.

Schutzengelweg

Der Kulturpfad Schutzengelweg beginnt an der Talstation der Tegelbergbahn und ist der kürzeste Weg hinauf auf den Tegelberg. Auf dem Wanderweg werden gut 900 Höhenmeter auf einer Strecke von ca. 4,9 km überwunden bis das Tegelberghaus auf einer Höhe von 1.707 m erreicht wird.

Zunächst folgt man den Wegweisern zur Rohrkopfhütte, die das erste Zwischenziel darstellt. Der Weg ist zu Beginn direkt eine steil ansteigende, asphaltierte Straße. Rechts des Weges plätschert ein kleiner Bach mit vielen wasserfallähnlichen Stufen. Beim Blick zurück gibt es schon jetzt gute Ausblicke zurück auf Füssen und ein tolles Panorama.

Nach gut einem Kilometer teilt sich der Wanderweg und es geht hinein in den Wald und in Serpentinen nach oben. Ab hier lohnt sich immer wieder ein Blick zur Seite ins Tal, denn an mehreren Stellen gibt es von nun an einen hervorragenden Blick auf Schloss Neuschwanstein und das Schloss Hohenschwangau.

Blick über grüne Bäume von einem Berg auf Schloss Neuschwanstein und weitere Bergketten
Ausblick auf Schloss Neuschwanstein vom Schutzengelweg

Bis zur Rohrkopfhütte führt der Wanderweg später über einen steil ansteigenden Waldweg hinauf. Angekommen an der Rohrkopfhütte auf 1.320 m ist rund die Hälfte der Strecke hinauf zum Tegelberg geschafft.

Der weitere Weg hinauf liegt nun meist nicht mehr im Wald sondern direkt am Hang, von wo aus der Blick hinab auf Forggensee, Hopfensee und Füssen fantastisch ist. Mit jedem Schritt weiter nach oben eröffnen sich neue Aussichten. Der Anstieg ist nun nur zum Ende hin noch einmal steil und es gilt einige Treppenstufen zu überwinden. Danach kommt schon das Tegelberghaus in Sicht und der Aufstieg ist geschafft.

Optional kann man nun noch bis zum Branderschrofen aufsteigen oder die leichte Königsrunde machen.

Außerdem ist das Tegelberghaus eine urige Hütte für eine Einkehr nach der Wanderung.

Aussicht auf Füssen im Allgäu mit dem Forggensee
Aussicht auf den Forggensee vom Tegelberghaus

Königsrunde

Die Königsrunde ist eine leichte Rundwanderung, die an der Bergstation der Tegelbergbahn beginnt und ca. 1 Stunde dauert. Sie kann z. B. direkt im Anschluss an die Wanderung über den Schutzengelweg gegangen werden. Auf der Königsrunde wird ein Höhenunterschied von 80 Höhenmetern überwunden. Bis zur Branderschrofenschulter handelt es sich um einen leichten Wanderweg mit moderater Steigung. Es gibt tolle Aussichten auf die umliegenden Berggipfel.

Der restliche Weg hinauf bis zum Gipfel des Branderschrofen ist mit Seilen gesichert und nur für geübte und trittsichere Wanderer zu empfehlen. Dieser Teil des Weges kann optional begangen werden.

Blick auf grüne Berggipfel
Bergpanorama auf der Königsrunde

Die ganze Tour inkl. Königsrunde zum Nachwandern auf Komoot:

Klettersteige

Am Tegelberg wurde 2010 ein Bergsportzentrum eingerichtet und mit ihm drei Klettersteige mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der leichteste Klettersteig ist die „Gelbe Wand“ mit Schwierigkeitsgrad A, etwas schwieriger ist der Tegelbergsteig mit Schwierigkeitsgrad C und die größte Herausforderung ist der „Fingersteig“ mit Schwierigkeitsgrad D.

Am Bergsportzentrum kann Ausrüstung für den Klettersteig geliehen werden und es werden geführte Touren angeboten.

Wir wurden von unserem Guide vom Bergsportzentrum ganz hervorragend eingewiesen und durch den Klettersteig „Gelbe Wand“ geführt.

Blick auf den Klettersteig an der Gelben Wand am Tegelberg
Gelbe Wand Steig

Gelbe Wand Steig

Der Gelbe Wand Steig ist der leichteste der drei Klettersteige am Tegelberg (Schwierigkeitsgrad A) und wird auch als Lehrpfad genutzt. Bis zum Tegelberg werden rund 600 Höhenmeter überwunden, 400 m davon am Drahtseil; die restliche Strecke sind Gehpassagen. Unterwegs gibt es immer wieder mal eine Infotafel zum richtigen Anlegen des Gurtes, der Sicherung am Berg oder der notwendigen Ausrüstung im Klettersteig.

Nach dem Aufstieg bis zum Klettersteig über einen Schotter- und Waldweg, der ca. eine halbe Stunde dauert (1,4 km), gibt es mehrere Stellen um die Kletterausrüstung anzulegen. Direkt zu Beginn des Klettersteiges wird es dort schon mal eng, also kann man das auch schon ein kleines Stück zuvor machen.

Der Tegelbergsteig und Gelbe Wand Steig beginnen zunächst an der gleichen Stelle und teilen sich nach ca. 800 m Strecke und 200 Höhenmetern auf. Der Einstieg in die Klettersteige beginnt mit einer ungesicherten Stelle am Fels, die mit ein wenig Kraxelei überwunden werden muss. Danach kommt direkt die erste Stelle zum Einhaken ins Stahlseil. Über einige Felsen werden die nächsten Höhenmeter überwunden. Die Aussicht ins Tal mit den Seen ist – wie auch auf dem Schutzengelweg – super gut.

Blick über den Gelbe Wand Steig mit Aussicht auf die Seen rund um Füssen
Gelbe Wand Steig mit toller Aussicht

Nach einer Weile gelangt man an eine Leiter am Fels, diese ist der Einstieg in den Tegelbergsteig (Schwierigkeitsgrad C). Wer, wie wir, den Gelbe Wand Steig weiter läuft, kann einfach daran vorbeigehen. Der „richtige“ Gelbe Wand Steig beginnt hinter der nächsten Kurve mit einer Hängebrücke; diese ist die einzige Stelle im Steig mit Schwierigkeitsgrad B und kann auch unten herum umgangen werden. Als kleine Herausforderung habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch über diese Brücke zu laufen, was echt cool war.

Seilbrücke am Gelbe Wand Steig; Foto @Janna Kamphof (www.duitslandactief.nl)

Nun folgen die nächsten 250 Höhenmeter auf dem Gelbe Wand Steig. In Serpentinen geht es steil hinauf und es gibt im Wechsel Gehpassagen und Kletterstellen. Am Ende des Gelbe Wand Steig treffen sich Tegelbergsteig und Gelbe Wand Steig wieder.

Ab jetzt gibt es nur noch einen „normalen“ Wanderweg, der hinauf zum Tegelberg führt. Nach ca. 250 m trifft der Weg vom Klettersteig auf den Wanderweg zur Marienbrücke (gesperrt bis Herbst 2022); hier kann man entscheiden, ob man über Schloss Neuschwanstein absteigt oder noch hinauf zum Tegelberg wandert. Zum Tegelberg sind es jetzt noch gut 20 Minuten zu wandern, die nach dem Klettersteig trotz der vielen Treppenstufen doch eher entspannt sind.

Für uns ging es von oben wieder mit der Tegelbergbahn hinunter ins Tal.

Felsformation in den Bergen am Tegelberg mit Blick ins Tal
Felsformationen am Tegelberg

Hier noch einmal die Route auf Komoot:

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