Deutschland

Herbstliche Städtereise nach Wiesbaden

Wiesbaden ist eine Reise wert und bietet viele Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse für eine Städtereise von zwei bis drei Tagen. Im Zentrum der Hauptstadt von Hessen sind das Stadtschloss, Kurhaus mit Kurpark, die Evangelische Marktkirche sowie die Thermalbrunnen zu finden. Alle Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander und können bequem zu Fuß entdeckt werden. Etwas weiter außerhalb liegt der Neroberg mit seinen Grünanlagen und großartiger Aussicht auf Wiesbaden. Dort befindet sich auch die Russisch-Orthodoxe Kirche Wiesbaden, die mit ihren goldenen Kuppeln sehr beeindruckend ist.

Mit dieser Mischung an Sehenswürdigkeiten und Parks gibt es auch für Familien genügend Abwechslung zwischen Kultur und Ausflug ins Grüne. Ein etwas anderes Highlight bildet die riesige Kuckucksuhr mitten in der Innenstadt von Wiesbaden.

Wir waren einen Tag in der Stadt und konnten schon super viele Eindrücke sammeln. Eine richtig gute Runde durch die Stadt, die alle Sehenswürdigkeiten verbindet, habe ich leider nicht gefunden, deshalb sind wir etwas kreuz und quer gelaufen. Aber so findet man ja auch viele schöne Ecken in der Stadt. Dabei haben wir festgestellt, dass die Altstadt von Wiesbaden an sich auch schon sehr sehenswert ist. Es gibt noch einige historische Gebäude und viele Cafés und Restaurants für einen schönen Ausklang des Tages bei der Städtereise.

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Ausblick über Sträucher auf die Altstad
Blick auf Wiesbaden
Infos rund um Wiesbaden
  • Landeshauptstadt von Hessen
  • liegt am Rhein
  • ca. 278.000 Einwohner
  • 15 Thermalquellen
  • älteste Kurstadt Europas
  • grenzt direkt an Mainz

Stadtschloss Wiesbaden

Das Schloss wurde 1835 bis 1841 in der Altstadt von Wiesbaden errichtet. Eine Besonderheit ist, dass das schlichte Gebäude an die bereits bestehenden Häuser angebaut wurde. Dadurch reiht sich das Schloss recht unauffällig in eine Häuserreihe in der Innenstadt ein. Im Inneren des Stadtschlosses befindet sich seit Ende des Zweiten Weltkrieges der Sitz des Hessischen Landtages.

Direkt gegenüber des Schlosses liegen das Neue Rathaus und die Evangelische Marktkirche. Diese Sehenswürdigkeiten sind durch den Schloss- und Marktplatz miteinander verbunden. Mitten auf dem Schlossplatz ist die Wappeninsel ein echter Hingucker – das große Mosaik wurde 1905 erschaffen und zeigt den nassauischen Löwen, den preußischen Adler in der Mitte und das Lilienwappen von Wiesbaden.

hell gestrichenes Gebäude mit vielen Fensterreihen und runden Fenster- und Torbögen unten; Aufschrift am Gebäude: "Hessischer Landtag"; vor dem Gebäude ist eine Europa-Flagge sichtbar.
Stadtschloss Wiesbaden

Neues Rathaus

Das neue Rathaus wurde 1887 im Stil der Neorenaissance erbaut, dann aber im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und in der heutigen Form wieder aufgebaut. Heute sitzt die Stadtverwaltung von Wiesbaden im Neuen Rathaus.

Neues Rathaus Wiesbaden
Bild zeigt Marktplatz in Wiesbaden mit historischen Gebäuden, zwei großen Laternen und der Wappeninsel als Mosaik dazwischen
Neues Rathaus mit Wappeninsel am Marktplatz

Evangelische Marktkirche

Mit ihren fünf Kirchtürmen ist die Evangelische Marktkirche ein imposanter Bau am Marktplatz in Wiesbaden. Sie wurde von 1853 bis 1862 im Spitzbogenstil errichtet und ist komplett mit Backsteinen verklinkert. Der Hauptturm der Marktkirche ist sogar 89 m hoch und damit ist sie das höchste Gebäude in Wiesbaden. Auf dem Turm gibt es eine Aussichtsplattform, die allerdings nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist.

Bei unserem Besuch in Wiesbaden war die Marktkirche leider nicht geöffnet. Wer einmal einen Blick in das hübsche Innere der Kirche werfen möchte, kann das auf der Homepage der Kirchengemeinde tun.

Kirche aus Backstein mit fünf Türmen und Uhr am Kirchenturm vorne. Vor der großen Kirche stehen einige Bäume
Marktkirche Wiesbaden

Luisenplatz

Der Luisenplatz wurde 1830 angelegt und 1984 nach historischem Vorbild wieder hergestellt, nachdem darunter eine Tiefgarage gebaut wurde. Auf dem Platz befinden sich das Waterloo-Denkmal – ein Obelisk, der in Erinnerung an die in der Schlacht von Waterloo gefallenen Nassauer errichtet wurde. Außerdem gibt es hier das „Denkmal mit springendem Pferd“, das ebenfalls an die Nassauische Armee erinnert. Rund um den Platz befinden sich viele Bäume sowie Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Heute ist der Luisenplatz auch der zentrale Knotenpunkt für Busse, an dem gut 2/3 aller Buslinien in Wiesbaden halten.

St. Bonifatiuskirche

Die Bonifatiuskirche wurde 1844 bis 1849 im neugotischen Stil errichtet und ist damit die älteste, katholische Kirche von Wiesbaden und gleichzeitig die Hauptkirche der Stadt. Sie grenzt direkt an den Luisenplatz und die 68 m hohen Kirchtürme prägen das Bild am Luisenplatz.

Obelisk aus hellem Stein steht auf einem Platz mit vielen Bäumen, direkt dahinter eine Kirche mit zwei Kirchtürmen
Luisenplatz mit Bonifatiuskirche und Waterloo-Denkmal

Heidenmauer & Römertor

Die römische Heidenmauer ist das älteste noch erhaltene Gebäude in Wiesbaden und befindet sich am Rande der Altstadt. Die Mauer zog sich ursprünglich über eine Strecke von rund 520 m, von denen heute aber nur noch 80 m sichtbar sind. Zu welchem Zwecke die Heidenmauer in der damaligen Zeit errichtet wurde, ließ sich bislang nicht abschließend klären.

Besonders sehenswert ist das Römertor, das die Coulinstraße überquert. Dieses Tor wurde als Ergänzung zur Heidenmauer erst 1903 gebaut und war eine Fußgängerbrücke. Heute ist dieser Übergang nicht mehr möglich und die Aussichtsplattform auf dem Römertor kann nur noch im Rahmen von Stadtführungen besucht werden.

Von der Straße aus betrachtet ist das Römertor dennoch ein echter Hingucker.

Torbogen über einer Straße mit kunstvoll verziertem Dach aus Holz
Reste der Heidenmauer mit dem Römertor

Hotelempfehlungen Wiesbaden

B&B Hotel Wiesbaden – Mainzer Straße 89, 65189 Wiesbaden

Best Western Hotel Wiesbaden – Mainzer Str. 74, 65189 Wiesbaden

Star-Apart Hansa Hotel – Bahnhofstraße 23, 65185 Wiesbaden

Die größte Kuckucksuhr der Welt

Mitten in der Innenstadt von Wiesbaden findest du diese riesige Kuckucksuhr an einem Souveniergeschäft. Aufgestellt wurde sie im Jahr 1946 und der Kuckuck zeigt sich heute immer zur halben Stunde von 8 – 20 Uhr. In den 50er Jahren wurde die Bezeichnung als größte Kuckucksuhr der Welt für die Uhr in Wiesbaden geschützt. Tatsächlich gibt es heute aber eine Kuckucksuhr im Schwarzwald, die noch größer ist.

Trotzdem ist die Kuckucksuhr in Wiesbaden schon einen kleinen Abstecher wert und eine nicht ganz gewöhnliche Sehenswürdigkeit in der Stadt.

große Kuckucksuhr als Schaufenster in ein Geschäft. Eingebettet in eine Ladenzeile
Die größte Kuckucksuhr der Welt

Thermalquellen Kochbrunnen & Bäckerbrunnen

Wiesbaden besitzt insgesamt 15 Thermal- und Mineralquellen, die der Stadt schon früh zum Status als Kurstadt verholfen haben. Am bekanntesten sind der Koch- und der Bäckerbrunnen in der Innenstadt von Wiesbaden. Während sich der Bäckerbrunnen relativ unscheinbar in einem kleinen Fachwerkhäuschen in der Altstadt verbirgt, gibt es rund um den Kochbrunnen sogar einen großen Platz mit historischem Pavillon direkt über der Quelle.

Der Kochbrunnen ist 43 m tief und führt pro Minute 360 l Wasser, aber nur ein Teil davon kommt aus den beiden offen einsehbaren Quellen am Kochbrunnenplatz. Das restliche Wasser wird in das Thermalwassernetz der Stadt Wiesbaden eingespeist. Direkt am Kochbrunnen befindet sich eine Anleitung zur Verwendung des gesunden Thermalwassers, das dort von Jedermann abgezapft werden kann.

Der Geruch am Kochbrunnenplatz ist insbesondere rund um den Kochbrunnenspringer allerdings nicht der Beste, denn das Thermalwasser riecht nach Schwefelwasserstoff. Die Mineralstoffe im Wasser verfärben außerdem das Wasser bzw. den Bereich rund um den Kochbrunnenspringer, weshalb es nicht so trinkbar aussieht.

Kochbrunnenpavillon & Kochbrunnenspringer

Kurhaus Wiesbaden

Das Kurhaus ist ein prachtvolles Gebäude mit Säulen am Eingang, die schon aus der Ferne zu erkennen sind. Auf dem Weg zum Kurhaus geht man zunächst einen Weg am „Bowling Green“ entlang. Diese große Rasenfläche mit zwei Springbrunnen ist auch Veranstaltungsort für Outdoor-Events mit bis zu 20.000 Besuchern.

Das Kurhaus selbst bietet 12 Säle für Konzerte, Feiern und Veranstaltungen und bietet insgesamt Platz für bis zu 2.000 Personen. Rechts neben dem Kurhaus beginnt hinter einem eisernen Tor der langgezogene Kurpark mit vielen Grünflächen, Bäumen und einem See.

Kurhaus Wiesbaden
Kurhausplatz 1
65189 Wiesbaden

Grünfläche mit Springbrunnen vor einem großen Gebäude mit Säulengängen an der Front und einer Glaskuppel.
Blick auf das Kurhaus in Wiesbaden

Kurpark

Der gut 75.000 qm große Kurpark wurde 1852 angelegt und schließt direkt an das Kurhaus an. Hier gibt es im Stil eines Englischen Landschaftsgarten viele Rasenflächen, kleine Gärten und Skulpturen. Auf dem kleinen See kann man sogar mit einem Boot fahren – ob sich das lohnt, sei dahingestellt. Außerdem gibt es eine Außengastronomie und weitere Veranstaltungsflächen.

Öffnungszeiten

  • Mai bis September: täglich 5 – 23 Uhr
  • Oktober bis April: täglich 5 – 20 Uhr
See im Kurpark Wiesbaden mit Wasserfontäne und kleinem Regenbogen; rundherum sind grüne Bäume, die sich im Wasser spiegeln
See im Kurpark

Hessisches Staatstheater

Direkt neben dem Kurhaus liegt das riesige Hessische Staatstheater, das 1894 erbaut wurde. Es zählt zu den meistbesuchten Theatern Deutschlands und hat fünf Theatersäle, die gleichzeitig genutzt werden können.

Bild zeigt ein Theater mit einer weißen Statue auf dem Platz vor dem Eingang. Das Gebäude hat sechs Säulen am Eingang mittig, auf beiden Seiten davon nur heller Stein und oben einige Statuen
Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Neroberg

Der 245 m hohe Hausberg von Wiesbaden liegt ein wenig außerhalb der Innenstadt und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Stadt. Auf dem Neroberg gibt es eine großartige Aussicht auf Wiesbaden und es gibt Wälder, Wiesen & verschiedene Freizeitmöglichkeiten zu entdecken. Die russisch-orthodoxe Kirche ist auf halber Höhe am Neroberg ein weiteres Highlight.

Ganz oben auf dem Neroberg gibt es neben einem Café auch den Nerobergtempel, einen kleinen Pavillon auf einer Wiese. Zum Entspannen sind die großen Grünflächen auf dem Neroberg perfekt geeignet.

hell getünchter Pavillon mit Säulen und Ausblick über Wälder auf die Stadt Wiesbaden
Nerobergtempel

Nerobergbahn

Um auf den Neroberg zu gelangen gibt es mehrere Möglichkeiten; eine davon ist die Fahrt mit der historischen Nerobergbahn. Diese überwindet den Höhenunterschied von rund 83 m auf einer Strecke von 438,5 m in einer Zeit von knapp unter 4 Minuten. Die Nerobergbahn wurde bereits 1888 eröffnet und gilt heute als technisches Kulturerbe.

Talstation Nerobergbahn
Nerotal 66
65193 Wiesbaden

Zu Fuß auf den Neroberg

Wenn du zu Fuß zum Neroberg läufst, kannst du direkt an der Talstation der Nerobergbahn auf einen Waldweg gehen. Dieser führt in Serpentinen recht steil hinauf direkt bis zum Nerobergtempel; die Strecke ist ca. 750 m lang. Wir haben uns für den etwas weiteren Weg entschieden (1,3 km) und sind zunächst durch das Wohnviertel mit vielen Jugendstilvillen bergauf gelaufen.

Über diesen Weg sind wir dann auch erst an der Russisch-Orthodoxen Kirche vorbeigekommen, bevor es weiter durch den Wald hinauf zum Gipfel des Neroberg ging. An der Kirche gibt es übrigens auch einen Parkplatz (falls du mit dem Auto unterwegs bist).

Zugstrecke mit fünf Bögen über einer Straße in Wiesbaden
Trasse der Nerobergbahn – leider ohne Zug

Russisch-Orthodoxe Kirche

Die Russisch-Orthodoxe Kirche in Wiesbaden ist mit ihren fünf goldenen Kuppeln schon von außen ein glänzender Anblick und eine super Sehenswürdigkeit in der Stadt. Neben den Kuppeln ist aber auch die ganze Kirche sehr aufwendig gestaltet und kann zu bestimmten Öffnungszeiten auch von Innen besichtigt werden. Direkt an der Kirche gibt es einen sehr guten Ausblick auf Wiesbaden.

Mit vollem Namen heißt die Kirche „Russisch-Orthodoxe Kirche der heiligen Elisabeth in Wiesbaden“, benannt nach der russischen Prinzessin Elisabeth. Sie war mit dem Herzog Adolf von Nassau verheiratet, starb aber bereits mit 18 Jahren bei der Geburt ihres Kindes. Daher ließ der Herzog die Kirche im Jahr 1849 für seine verstorbene Frau erbauen. Seitdem ist sie der wertvollste Sakralbau in ganz Wiesbaden.

Kirche aus hellem Sandstein mit fünf Goldenen Kuppeln auf den Türmen
Russisch-Orthodoxe Kirche Wiesbaden

Opelbad

Das Opelbad liegt auf halber Strecke zwischen Russisch-Orthodoxer Kirche und Nerobergtempel. Es gilt als eines der schönsten Schwimmbäder in Deutschland, da das Freischwimmbad durch seine Lage am Neroberg eine super Aussicht auf Wiesbaden ermöglicht.

Da es sich um ein Freibad handelt, ist ein Besuch natürlich nur in den Sommermonaten möglich und wir konnten leider auch keinen Blick hineinwerfen.

Nerotal-Anlagen

Wenn du zu Fuß aus der Stadt in Richtung Neroberg läufst, gelangst du kurz vor der Nerobergbahn zunächst zur großen Parkanlage „Nerotal“. Hier findest du große Grünflächen, Spielplätze und einige bunte Blumen. Ein Spaziergang durch den Park ist auf jeden Fall schön, wenn du ohnehin dort in der Nähe bist. Für Kinder ist der Spielplatz dort sehr schön angelegt worden.

Blick über einen Weinhang mit grünen Weinreben und dahinter abfallend Blick auf die Stadt Wiesbaden
Ausblick auf Wiesbaden vom Neroberg

One Comment

  • DieReiseEule

    Hallo Corinna,

    man weiß die Stadt in der man lebt selten zu schätzen. Schön, dass es dir so gut bei uns gefallen hat.
    Übrigens liegt Wiesbaden nicht nur am Rhein, sondern durch den Vorort Mainz-Kostheim auch am Main.

    Liebe Grüße
    Liane

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