Dreigeteiltes Bild mit dem Titel "Giethoorn - Niederlande"
Europa,  Niederlande

Giethoorn – Erlebe ein besonderes Wochenende in den Niederlanden

Giethoorn oder auch das „Venedig des Nordens“ ist ein kleines Städtchen in der Provinz Overijssel in den Niederlanden. Bekannt ist Giethoorn für seine Kanäle, Grachten und die hübschen, historischen Reetdachhäuser in der Altstadt sowie den Nationalpark Weerribben-Wieden. Durch diese Sehenswürdigkeit ist Giethoorn weltbekannt und ein beliebtes Reiseziel für internationale Gäste geworden. Jährlich kommen mehr als eine Million Touristen hierher um sich die Stadt anzuschauen. Diese Besuchermassen hatten uns zunächst ein wenig abgeschreckt, aber bei unserem Aufenthalt war es in der Stadt doch noch recht entspannt.

Informationen rund um Giethoorn
– liegt in der Provinz Overijssel in den Niederlanden
– „Venedig des Nordens“
– rund 2.600 Einwohner
– besondere Sehenswürdigkeiten: Grachten, historische Reetdachhäuser, Nationalpark Weerribben-Wieden

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Giethoorn - Blick auf einige Häuser, die sich im Kanal spiegeln
Giethoorn – außerhalb der Altstadt

Für einen kurzen Besuch in Giethoorn reicht schon ein Tagesausflug aus, der sich z. B. ab Amsterdam anbietet (ca. 1:30 h Fahrt). Wir haben uns allerdings für ein ganzes Wochenende in Giethoorn entschieden und konnten so nicht nur die Stadt anschauen und eine tolle Bootstour machen sondern auch noch durch den Nationalpark Weerribben-Wieden wandern. Außerdem gibt es ein großes Netz an Radwegen in und um den Nationalpark, über das du die ganze Region mit dem Rad erkunden kannst.

Übernachten kannst du bei deinem Besuch in Giethoorn in einem der vielen Hotels oder B&Bs. Wir haben uns für das Hotel Giethoorn am Rande der Altstadt entschieden. Hier passte das Preis-Leistungs-Verhältnis und wir waren zu Fuß auch in wenigen Minuten in der historischen Altstadt und an den Kanälen.

Wiese in der Morgensonne mit einigen Gänsen
Morgens im Nationalpark Weerribben-Wieden

Giethoorn | Entdecke das Venedig des Nordens

Für die Erkundung von Giethoorn bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an, die wir an unserem Wochenende beide genutzt haben. Zum Einen lässt sich der ganze Ort hervorragend zu Fuß entdecken, denn der Giethoorn ist nicht allzu groß. Die andere Variante ist die Fahrt mit einem Boot, was hier eine durchaus normale Art der Fortbewegung ist. Mit dem Fahrrad geht es im Ort nicht gut voran; eine Radtour bietet sich eher in der Umgebung und im Nationalpark an.

Spaziergang durch die Altstadt von Giethoorn

Wir haben direkt nach unserer Ankunft in Giethoorn einen Spaziergang durch den Ort gemacht. Da wir am Nachmittag angekommen sind, war es auf dem schmalen Weg entlang der Kanäle schon ein wenig voller und wir mussten häufig anderen Fußgängern ausweichen. In Giethoorn gibt es auf dem Weg in die Altstadt im Prinzip nur einen Fußweg, der einmal entlang des Kanals verläuft und über den die ganze Stadt abgelaufen werden kann.

Schon bei dieser ersten Erkundungstour waren wir begeistert vom kleinen Städtchen und den hübschen Häusern. Die Häuser sind vielfach nur über eigene Brücken zu erreichen und liegen auf kleinen Inseln. Natürlich sind die Häuser im Bereich der Altstadt besonders herausgeputzt und ergeben ein wunderschönes Bild.

Reetdachhaus spiegelt sich im Wasser einer Gracht in Giethoorn
Idyllisch liegen die Häuser in Giethoorn am Wasser
Giethoorn_kleiner Kanal fließt zwischen Häusern entlang
Blick auf einen Kanal in Giethoorn

Mit dem Flüsterboot durch die Kanäle und das Naturschutzgebiet schippern

Die Fahrt mit dem Flüsterboot war mein persönliches Highlight bei unserem Aufenthalt in Giethoorn. Die klassischen Flüsterboote sind einfach gehaltene, lange und schmale Boote mit zwei bis drei Holzbänken. Gesteuert wird so ein Flüsterboot direkt am Elektromotor mit einer Flosse. Solch ein Flüsterboot kann jeder fahren, auch ohne Bootsführerschein oder Erfahrung beim Bootfahren. Nach kurzer Zeit hatten wir uns an die Steuerung gewöhnt und konnten sehr entspannt durch die Kanäle schippern. Ok, zugegebenermaßen saß mein Mann die meiste Zeit am Steuer, aber ich habe es zumindest mal ausprobiert 😉

Bei den Bootsverleihern werden Karten mit vorgefertigten Routen mit unterschiedlichen Längen ausgegeben. Wir haben uns für eine zweistündige Tour entschieden, hatten unser Boot aber für drei Stunden. Dadurch konnten wir langsam und ganz entspannt mit dem Boot fahren und die Tour richtig genießen. Unsere Tour ist glaube ich der Klassiker und führte uns einmal an der Altstadt entlang, weiter auf den großen See und mitten hinein in den Nationalpark Weerribben-Wieden. Unterwegs war es gar nicht möglich, sich zu verfahren, denn die Routen waren alle mit einer Farbe gekennzeichnet und an jeder Abbiegung gab es die entsprechenden Schilder mit bunten Pfeilen.

Boot fährt über die Kanäle von Giethoorn
Bootsfahrt über die Kanäle von Giethoorn

Bootsfahrt durch Giethoorn

Unsere Bootsfahrt startete recht entspannt außerhalb der Altstadt und bis wir dort ankamen, waren wir schon ein wenig mit unserem Boot vertraut. Das war auch sehr gut so, denn die Grachten direkt in der Altstadt von Giethoorn sind wirklich immer gut mit Booten gefüllt und sehr schmal. Die Perspektive auf den Ort vom Wasser aus ist noch einmal eine sehr schöne Ergänzung zum Blick vom Ufer, auch wenn es sich jetzt nicht so sehr unterscheidet.

Nachdem wir diesen etwas trubeligen Teil der Fahrt hinter uns gebracht hatten, folgten ruhigere Kanäle und später dann der erste Abzweig in einen sehr naturbelassenen Kanal, der von Gräsern und Wiesen umgeben war. Von diesem Kanal aus gelangten wir nach kurzer Zeit auf den See Bovenwijde, der auch zum Nationalpark De Wieden gehört. Der See ist überraschend groß, dafür aber nicht sehr tief und der Boden war eigentlich immer sichtbar. Rings um den See befanden sich nur hohe Gräser und am westlichen Ufer konnten wir die Häuser des Ferienparks Giethoorn erkennen. Ansonsten war es auf dem See schon sehr idyllisch und ruhig, in Ufernähe konnten wir einige Schwäne beobachten.

Giethoorn vom Wasser aus
Giethoorn vom Wasser aus erleben
See Bovenwijde in Giethoorn
Bovenwijde in Giethoorn

Vom See Bovenwijde aus führte der Weg weiter hinein in das Naturschutzgebiet De Wieden. Hier gab es kleinere Grachten, die von Gräsern und Schild umgeben sind. Insgesamt war es dort sehr idyllisch, nur gelegentlich wurden wir von anderen Booten überholt oder es kamen uns welche entgegen. Ungefähr auf halber Strecke im Naturschutzgebiet fanden wir einen kleinen Aussichtsturm und hielten am Bootsanleger des Turms. Innerhalb kürzester Zeit bin ich natürlich die Treppenstufen hinaufgelaufen um die perfekte Aussicht auf das Naturschutzgebiet zu erleben. Dieser kleine Zwischenstopp hat sich für einen tollen Blick über die Sumpf- und Torflandschaft auf jeden Fall gelohnt.

Aussicht über Kanäle und das Naturschutzgebiet Weerribben-Wieden
Aussichtspunkt über den Nationalpark Weerribben-Wieden

Nach dieser kurzen Pause mit Aussicht ging es dann wieder weiter durch die Grachten. Die Entspannung endete an der Stelle, an der wir auf das südliche Ende des Sees Bovenwijde trafen, denn hier müssen fast alle Bootsfahrer wieder her um zurück auf die Kanäle von Giethoorn zu gelangen. Deshalb gab es an dieser Engstelle einen kleinen Stau, der sich aber recht zügig auflöste. Nach ziemlich genau 3 Stunden erreichten wir dann pünktlich unseren Bootsverleih, um das Flüsterboot zurückzugeben.

Bootsverleih in Giethoorn

Wir haben unser Boot am südlichen Ende von Giethoorn, etwas außerhalb der Altstadt, geliehen. Hier waren die Preise etwas niedriger als bei den Bootsverleihen, die näher oder direkt in der Altstadt waren. So haben wir für unser Flüsterboot pro Stunde 15 € bezahlt. Bei den anderen Verleihen, die wir gesehen haben, lagen die Preise bei rund 20 € die Stunde.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, etwas komfortablere Boote zu leihen. Da gibt es viele verschiedene Varianten und der Preis steigt natürlich dementsprechend an.

rotes Boot fährt über eine Gracht zwischen Gräsern entlang
Fahrt durch das Naturschutzgebiet

Wanderung durch Weerriben-Wieden

Am Nachmittag nach unserer Bootsfahrt rund um Giethoorn erkundeten wir die Umgebung noch ein wenig zu Fuß und liefen in Richtung Hafen. Das Naturschutzgebiet Weerribben-Wieden erstreckt sich schließlich in alle Richtungen rund um Giethoorn. Vom Hafen aus sind wir einfach einigen kleinen Wegen gefolgt und sind einen Rundweg von gut 6 km gelaufen. So sind wir an einigen Kanälen entlang bis zum See Beulakerwijde gelangt und konnten dort den Segelbooten zusehen.

Konkret haben wir hinter dem Hafenbereich in Giethoorn die Brücke in Richtung Cornelisgracht überquert. Dieser kleinen Straße folgten wir für gut 800 m durch ein Wohngebiet, bis wir auf der linken Seite einen schmalen Kanal überquerten und am Eingang zum neuen Ferienpark Bodelaeke vorbeikamen. Am Ferienpark vorbei führte dann ein Radweg nach links in die Felder – diesem Weg folgten wir und es gibt hier einen offiziellen Rundweg, der mit gut 5 km angegeben ist.

Häuser liegen am Ufer eines Flusses, davor einige Gräser
Blick auf Bodelaeke

Auf unserem Rundweg konnten wir auf der einen Seite die schicken Ferienhäuser sehen, die auf der anderen Seite eines breiten Kanals lagen und auf der anderen Seite eine schöne, von kleinen Kanälen durchzogene Graslandschaft. Auf diesen Weg verirrten sich außer uns nur ein paar wenige Radfahrer und vom Trubel der Stadt Giethoorn war nichts mehr zu spüren.

Der Rundweg führt einmal bis zum See Beulakerwijde, der noch einmal ein gutes Stück größer ist als Bovenwijde. Auf dem See waren bei dem guten Wetter am Wochenende einige Segelboote und Surfer unterwegs, die wir beobachten konnten. An einigen Stellen gab es Bänke und schöne Plätze mit Seeblick und so legten auch wir eine Pause in der Sonne ein und genossen die Umgebung.

Am Ende des Weges gelangten wir wieder zurück zur Cornelisgracht und mussten nur noch der Straße immer geradeaus zurück zum Hafen folgen. Vom Hafen aus sind es übrigens nur wenige Meter zurück bis in die Altstadt von Giethoorn.

großer See mit Gras am linken Ufer
Beulakerwijde – fast wie am Meer

Ausflug ans Ijsselmeer

Wenn du wirklich viel Zeit für deine Reise nach Giethoorn mitgebracht hast, kannst du auch in der Umgebung noch viele Orte entdecken. Wir entschieden uns am Sonntagmorgen noch für einen kleinen Abstecher zum Ijsselmeer und sind nach Urk gefahren. Der Ort ist rund 40 km und 45 Minuten Fahrt von Giethoorn entfernt und ein schönes Ziel für einen Ausflug ans Meer.

Wir haben so noch einige Stunden am Ijsselmeer verbringen können und die Stadt erkundet. In der Nebensaison ist dort tatsächlich nicht viel los und die meisten Restaurants haben schon geschlossen. Einen Spaziergang am Strand entlang und über den Deich konnten wir dennoch richtig genießen. Die Altstadt von Urk bietet auch noch ein paar schöne Ecken und interessante Kirchen und Bauwerke.

Leuchtturm von Urk steht am Deich mit Sicht auf das Meer
Leuchtturm von Urk
Segelboote liegen im Hafen und spiegeln sich im Wasser
Am Hafen in Urk
Weiterführende Informationen und Links

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