Potsdam - Gebäude mit blühendem Kirschbaum
Europa

Potsdam — Herrschaftliche Schlösser und ein Hauch von Italien

Im April ging es für mich auf mei­ne ers­te Blog­ger-Rei­se, ein­ge­la­den und durch­ge­führt von Pots­dam Tou­ris­mus. Das The­ma der Rei­se war “Ita­li­en in Pots­dam” und wow, ich war beein­druckt wie viel Ita­li­en in Pots­dam steckt.

Ich kann dir vor­ne­weg schon ein­mal ver­ra­ten, dass ich mei­nen Auf­ent­halt in Pots­dam sehr genos­sen habe, weil die Stadt ein­fach super schön ist. Es gibt unglaub­lich viel zu ent­de­cken und ich hat­te nie das Gefühl in einer Groß­stadt zu sein, weil es hier so viel Grün und Was­ser gibt. Vor­her war ich noch nie in Pots­dam und ich wür­de sofort wie­der hin­rei­sen 🙂

Gotische Bibliothek im Neuen Garten Potsdam
Goti­sche Biblio­thek im Neu­en Gar­ten

Kurze Fakten zu Potsdam

  • Lan­des­haupt­stadt von Bran­den­burg mit rund 170.000 Ein­woh­nern
  • wird auch “Stadt der Schlös­ser und Gär­ten” genannt
  • gut 20 Schlös­ser in Pots­dam und Umge­bung
  • die Inner­deut­sche Gren­ze ver­lief u.a. über die Glie­ni­cker Brü­cke
  • es heißt auch “Pots­dam ist eine Insel”
Rondell mit Blumenbeeten auf einer Rasenfläche - im Hintergrund eine Windmühle
unter­wegs im Park Sans­sou­ci

Schlösser in Potsdam

Das The­ma “Ita­li­en in Pots­dam” lässt sich gera­de bei den vie­len Schlös­sern sehr schön auf­grei­fen. Erbaut wur­den die Schlös­ser von den Kur­fürs­ten und Köni­gen des 19. Jahr­hun­derts und die­se Ade­li­gen waren in einem regel­rech­ten Ita­li­en-Rausch. Und da sie nach ihren Rei­sen zu Hau­se auch ein Gefühl von Ita­li­en haben woll­ten, haben sie ihre Schlös­ser ganz im ita­lie­ni­schen Stil bau­en las­sen und teil­wei­se ein­fach kom­plet­te Gebäu­de aus Ita­li­en kopiert.

historisches Schloss aus hellem Stein
Das Bel­ve­de­re Pfingst­berg in vol­ler Pracht

Belvedere Pfingstberg

Das Bel­ve­de­re Pfingst­berg thront über Pots­dam und ist nur zu Fuß über meh­re­re Wege zu errei­chen. Der Pfingst­berg ist aller­dings nicht so hoch, dass es in eine anstren­gen­de Wan­de­rung aus­ar­ten wür­de.

Unter­wegs kamen wir bei unse­rem Gang zum Schloss auch an der rus­sisch-ortho­do­xen Alex­an­der-New­ski-Gedächt­nis­kir­che vor­bei. Die hüb­sche klei­ne Kir­che ist einen kur­zen Zwi­schen­stopp wert und der klei­ne Kir­chen­raum kann von Innen besich­tigt wer­den.

russisch orthodoxe Kirche mit Kuppel auf einer Rasenfläche
Alex­an­der-New­ski-Gedächt­nis­kir­che

Aber zurück zum Bel­ve­de­re: Die Archi­tek­tur ist beein­dru­ckend, auch wenn es nicht wie ein klas­si­sches Schloss aus­sieht und nie fer­tig gestellt wur­de. In der Mit­te des Schlos­ses befin­det sich ein gro­ßer Hof mit einem Was­ser­be­cken, in dem sich die bei­den Tür­me des Bel­ve­de­re spie­geln. Über meh­re­re Trep­pen kön­nen die ver­schie­de­nen Ebe­nen des Schlos­ses erklom­men wer­den.

Innenhof eines Schlosses mit Säulengängen und einem See in der Mitte
Der ein­la­den­de Innen­hof des Schlos­ses…

Um ganz nach oben in die Tür­me zu gelan­gen, muss man auf jeden Fall schwin­del­frei sein, denn die Wen­del­trep­pen haben es in sich. Auch wenn ich mit einem klei­nen Dreh­wurm oben ankam, hat es sich doch gelohnt. Die Aus­sicht über die Stadt ist ein­fach unglaub­lich. Bei gutem Wet­ter, kann man sogar bis nach Ber­lin schau­en.

Ausblick über grüne Wälder und ein Schloss
…und ein­mal die Aus­sicht von ganz oben…
Innenhof eines Schlosses mit Teich und Säulengängen
…und noch ein­mal der Innen­hof, weil es so schön aus­sieht 🙂

Schloss Cecilienhof

Äußer­lich erin­nert Schloss Ceci­li­en­hof an ein rie­si­ges Land­haus und so war es auch gedacht. Dies­mal ange­lehnt an eng­li­sche Archi­tek­tur ent­stand im Neu­en Gar­ten das letz­te Wohn­schloss der Hohen­zol­lern-Fami­lie und bis 1945 war das Schloss sogar noch bewohnt.

Auch für die deut­sche Geschich­te ist das Schloss von gro­ßer Bedeu­tung, denn hier fand 1945 die Pots­da­mer Kon­fe­renz (Tref­fen der Sie­ger­mäch­te des 2. Welt­krie­ges) statt. Aus die­sem Anlass her­aus wur­de eini­ges an Ein­rich­tung im Inne­ren ersetzt, der Innen­hof neu gestal­tet und noch heu­te befin­det sich der gro­ße rote Stern aus Blu­men hier.

Blick durch einen Torbogen in einen Innenhof mit großem Blumenbeet
…ein ers­ter Blick in den Innen­hof…
Innenhof eines historischen Wohnschlosses
…und so sieht es hin­ter dem Tor­bo­gen aus…

Ich war zwar nicht im Schloss, aber durf­te einen kur­zen Blick in den Innen­hof wer­fen. So sieht es schon echt schick aus und von Innen lohnt sich ein Besuch sicher­lich auch. Die Info­ta­feln an der Front des Schlos­ses zeig­ten schon vie­le inter­es­san­te und schö­ne Räu­me.

Adres­se:
Schloss Ceci­li­en­hof
Im Neu­en Gar­ten 11
14469 Pots­dam

Eingangsbereich eines alten Gutshofes
Schloss Ceci­li­en­hof vom Neu­en Gar­ten aus betrach­tet

Schloss Sanssouci

Adres­se:
Schloss Sans­sou­ci
Maul­beer­al­lee
14469 Pots­dam

Das wohl bekann­tes­te Schloss Pots­dams ist Schloss Sans­sou­ci, wobei sich im rie­si­gen Park Sans­sou­ci nicht nur die­ses eine Schloss befin­det, son­dern gleich meh­re­re Schlös­ser: das Oran­ge­rie­schloss, Schloss Char­lot­ten­hof und das Neue Palais.

Ich durf­te an einer Füh­rung durch das Schloss Char­lot­ten­hof sowie das Oran­ge­rie­schloss teil­neh­men. Schloss Sans­sou­ci habe ich nur kurz von Außen bewun­dert.

Im Vordergrund ein großer Teich - dahinter Stufenförmige Anordnung bis zu einem Schloss
…ein­mal der Gesamt­über­blick über die Anla­ge am Schloss Sans­sou­ci…
historisches Schloss mit gelbem Anstrich und Aufschrift Sans Souci
…und der mitt­le­re Teil des Schlos­ses mit sei­nem Namen im Stein

Auf­fäl­lig ist hier, dass das Schloss leicht erhöht gele­gen ist und an den brei­ten Stu­fen, die zum Schloss füh­ren, Wein­ran­ken wach­sen. Am unte­ren Ende der Ter­ras­sen ist noch ein gro­ßer Spring­brun­nen gele­gen und über­all fin­det man ver­schie­dens­te Sta­tu­en. Das Schloss an sich ist eher lang­ge­zo­gen und flach und passt sich super in den Park ein.

Orangerieschloss

Der Besuch des Oran­ge­rie­schlos­ses war eines mei­ner High­lights der Tour durch Pots­dam. Es ist zwar nicht das “Haupt­schloss” der gesam­ten Park­an­la­ge am Schloss Sans­sou­ci, sieht aber trotz­dem impo­sant aus und ist ganz schön groß. Und ich kann dir sagen, auch Innen geht es prunk­voll zu.

Blick über einen Weg zu einem leicht erhöht liegenden Schloss mit zwei Türmen und Bogengängen
Leicht erhöht liegt auch das Oran­ge­rie­schloss

Das Oran­ge­rie­schloss kann zu bestimm­ten Zei­ten besich­tigt wer­den. Bei unse­rem Besuch dort stan­den noch alle Pflan­zen aus der Park­an­la­ge in der Oran­ge­rie zum Über­win­tern — wirk­lich alle Pflan­zen, die dem Park im Som­mer ein medi­ter­ra­nes Flair ver­schaf­fen: Pal­men, Zitro­nen­bäum­chen, Gra­nat­ap­fel­bäu­me und vie­le ande­re, teil­wei­se aus­ge­wach­se­ne Bäu­me. Mit gro­ßem Auf­wand wer­den die Bäu­me, wenn es wär­mer wird, wie­der im gesam­ten Park ver­teilt.

Nahansicht eines Zitronenbaumes mit Blättern und einigen Zitronen
Ein Zitro­nen­baum über­win­tert in der Oran­ge­rie

Nach einem Gang durch die Oran­ge­rie ging es im Rah­men der Füh­rung ins Haupt­haus des Schlos­ses. Dort wur­den Fleece­so­cken über die Schu­he gezo­gen um den Fuß­bo­den zu schüt­zen und wir konn­ten star­ten.

Neben den Wohn- und Schlaf­räu­men für die hohen Herr­schaf­ten gibt es hier den impo­san­ten Raf­fa­el­saal. Der Saal erin­nert an eine klei­ne Gale­rie und hat super hohe Decken, in denen Fens­ter ein­ge­las­sen sind, durch die Tages­licht in den Saal ein­fällt. Dadurch ist es im Ver­gleich zu den ande­ren Räu­men rich­tig schön hell und die tol­len Ver­zie­run­gen an Decke und Wän­den kom­men gut zur Gel­tung. Natür­lich erschei­nen auch die Gemäl­de wun­der­bar in die­sem Licht, denn an den Wän­den im Raf­fa­el­saal hän­gen Nach­bil­dun­gen berühm­ter Wer­ke Raf­fa­els — wirk­lich beein­dru­ckend 🙂

rot tapezierter Saal mit kariertem Marmorboden und hohen Decken - an den Wänden wertvolle Gemälde in goldenen Rahmen
Kunst im Raf­fa­el­saal

Und wie könn­te es anders sein, gibt es auch in die­sem Schloss einen begeh­ba­ren Turm mit wahn­sin­nig tol­ler Aus­sicht. Über enge Wen­del­trep­pen ging es also mal wie­der eini­ge Eta­gen nach oben und zur Beloh­nung gab es einen super Blick über Pots­dam und den Park Sans­sou­ci.

Ausblick auf eine Parkanlage

Schloss Charlottenhof

Das klei­ne Schloss Char­lot­ten­hof befin­det sich ganz am süd­li­chen Ende des Parks. Erbaut wur­de es 1826 als eine Erwei­te­rung zum ursprüng­li­chen Park Sans­sou­ci und liegt inmit­ten einer eige­nen Gar­ten­an­la­ge. Das Schloss selbst ist weni­ger pom­pös als die ande­ren Schlös­ser und für die dama­li­ge Zeit schon sehr modern im Inne­ren.

Ein kleines Schloss spiegelt sich im Wasser eines Teiches
Schloss Char­lot­ten­hof
historischer Wohnraum in einem Schloss
ein Blick ins Inne­re von Schloss Char­lot­ten­hof

Die Bil­der der Schlös­ser darf ich mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der ‘Stif­tung Preus­si­scher Schlös­ser und Gär­ten Ber­lin-Bran­den­burg’ ver­wen­den. Auf der Home­page gibt es einen schö­nen Über­blick über alle Schlös­ser in Pots­dam mit span­nen­den Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen.

Kunst erleben: Barberini

Das Kunst­mu­se­um Bar­beri­ni in Pots­dam wird von einer pri­va­ten Stif­tung geführt und mehr­mals im Jahr wech­seln hier die Kunst­aus­stel­lun­gen; ich konn­te mir die Picas­so-Aus­stel­lung (noch bis 16.06.2019) anse­hen und war posi­tiv über­rascht. Ich bin kein Kunst­ken­ner und kann mit vie­len Kunst­wer­ken nichts anfan­gen, aber die Aus­stel­lung war auch für mich span­nend und schön anzu­se­hen. Infos zu den kom­men­den Aus­stel­lun­gen gibt es auf der Home­page des Bar­beri­ni.

Von außen sieht das Bar­beri­ni aus, wie ein his­to­ri­scher Pracht­bau, aller­dings ist das Muse­um erst weni­ge Jah­re alt. Frü­her stand an die­sem Platz der Palais Bar­beri­ni aus dem 18. Jahr­hun­dert, der nach dem Vor­bild des Palaz­zo Bar­beri­ni in Rom erbaut wur­de.

Genau die­ses ehe­mals an die­sem Ort ste­hen­de Gebäu­de wur­de voll­stän­dig rekon­stru­iert und so eröff­ne­te 2017 das Kunst­mu­se­um Bar­beri­ni in die­sem wun­der­schö­nen Gebäu­de.

Skulptur inmitten eines Innenhofes
Innen­hof des Bar­beri­ni

Holländisches Viertel

Mit­ten im Zen­trum von Pots­dam liegt das Hol­län­di­sche Vier­tel. Ins­ge­samt besteht das Vier­tel aus 134 Back­stein­häu­sern mit mar­kan­ten Gie­beln und ich hat­te direkt beim Betre­ten der Stra­ße das Gefühl, in unse­rem Nach­bar­land gelan­det zu sein.

His­to­risch betrach­tet ent­stan­den auch die­se Häu­ser auf Wunsch eines Königs, näm­lich Fried­rich Wil­helm I., der eine beson­de­re Ver­bun­den­heit zu den Nie­der­lan­den fühl­te. Also ließ er die­se Häu­ser in Pots­dam in der Zeit von 1733 bis 1742 nach hol­län­di­schem Vor­bild errich­ten.

Backsteinhäuser in einer Reihe - daneben eine Straße mit Kopfsteinpflaster
Häus­chen im hol­län­di­schen Stil mit tol­len bun­ten Fens­ter­lä­den

In den meis­ten der hüb­schen Häus­chen sind klei­ne Läden, Cafes oder Restau­rants zu fin­den, die alle wirk­lich ein­la­dend aus­sa­hen. Mit unse­rer Grup­pe waren wir aber auf ita­lie­ni­schen Spu­ren unter­wegs und waren daher zum Abend­essen im ‘Pic­co­lo Pane’. In die­sem gemüt­li­chen Restau­rant gibt es, wie der Name schon ver­rät, die ita­lie­ni­sche Spe­zia­li­tät ‘Pic­co­lo Pane’, ein dün­nes Fla­den­brot, belegt mit lecke­ren Zuta­ten.

Adres­se:
Pic­co­lo Pane Pots­dam
Ben­kert­stra­ße 21
14467 Pots­dam 

Backsteinhaus mit grünen Fensterläden und Sprosenfenstern
.…super Restau­rant mit­ten im Hol­län­di­schen Vier­tel

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