Bild trägt den Titel - Österreich - Wanderung zur Olpererhütte. Bild zeigt eine Hütte in den Bergen mit Ausblick auf einen Stausee
Europa,  Österreich

Aussichtsreiche Wanderung zur Olpererhütte im Zillertal

Die Olpererhütte liegt auf einer Höhe von 2.389 m inmitten der Zillertaler Alpen hoch über dem Schlegeis Stausee im Zillertal. An der Hütte verläuft der Berliner Höhenweg (Zillertaler Runde), die Neumarkter Runde und es können von dort aus auch Wanderungen auf den Olperer (3.476 m) oder andere Gipfel unternommen werden.

Berühmt wurde die Olpererhütte durch die Kebema Panoramabrücke; die Bilder der Hängebrücke, auf der man scheinbar frei über dem Schlegeis Stausee schwebt, ist ein beliebter Instagram-Fotospot geworden. Die Wanderung zur Olpererhütte hat aber noch viel mehr großartige Aussichten auf den Stausee sowie die umliegende Bergwelt des Zillertals zu bieten.

Ich zeige dir hier die einfache und direkte Tour für den Aufstieg zur Olpererhütte (ca. 1,5 – 2 Stunden Gehzeit) sowie einen schwierigen Bergweg über das Friesenberghaus (ca. 4 – 4,5 Stunden Gehzeit / nur für geübte Wanderer). Der direkte Wanderweg ist nicht allzu schwierig zu gehen und für jeden Wanderer mit guter Kondition machbar. Der schwierige Bergweg zum Friesenberghaus ist nur für erfahrene Bergwanderer, die absolut trittsicher und schwindelfrei sind, empfehlenswert. Auf dem Weg gibt es einige ausgesetzte Stellen und Strecken, die über Geröllfelder führen.

Wir haben auf unserer Wandertour beide Wege miteinander zu einer schönen Runde verbunden und sind über den leichten Weg zur Olpererhütte aufgestiegen und dann über die schwierige Route zurück hinunter zum Stausee gewandert.

türkisblauer Bergsee umgeben von hohen Bergen, die im oberen Bereich schneebedeckt sind. Im Vordergrund fallen grüne Berghänge in Richtung See ab
Blick auf den Schlegeis Stausee vom Wanderweg aus
Rundwanderung vom Schlegeis Stausee über Olpererhütte und Friesenberghaus
  • Start- und Endpunkt: Schlegeis Stausee
  • Strecke: 13 km
  • Höhenmeter: 840 m bergauf und bergab
  • höchster Punkt: ca. 2.650 m
  • Schwierigkeitsgrad: schwer
  • Beste Jahreszeit:Mai – Oktober
  • Highlights: Olpererhütte, Kebema Panoramabrücke, Ausblick auf Schlegeis Stausee, Friesenberghaus

Anfahrt zum Schlegeis Stausee

Die Anreise zum Stausee ist sowohl mit dem Auto als auch den Öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Die einzige Möglichkeit zum Schlegeis Stausee zu gelangen ist die Schlegeis Alpenstraße. Die Zufahrt über die Mautstraße ist je nach Wetterbedingungen von Mitte Mai bis Ende Oktober möglich; die Öffnungszeiten sind im Juli / August von 06:00 – 18:00 Uhr und in den anderen Monaten von 07:00 – 18:00 Uhr.

Anfahrt mit dem Auto: Von Mayrhofen aus folgt man mit dem Auto der Bundesstraße 169 in Richtung Ginzling. Hinter der Ortschaft beginnt die Schlegeis Alpenstraße; die kostenpflichtige Mautstraße ist ca. 13 km lang und sehr kurvenreich. Die Maut beträgt pro Pkw 14 € (mit Gästekarte 12,50 € | Stand: 09/2021), pro Motorrad sind es 10 €. Am Ende der Mautstrecke befindet sich dann der Schlegeis Stausee, an dem es mehrere kostenfreie Parkplätze gibt.

Anreise mit dem Bus: Von Mayrhofen aus gibt es in den Sommermonaten einen Wanderbus, der bis zum Schlegeis Stausee fährt. Der Linienbus benötigt rund 50 Minuten vom Bahnhof in Mayrhofen bis zum Stausee und verkehrt stündlich.

Bild zeigt grüne Berghänge mit einigen Steinen, darunter liegt ein blauer Bergsee, der von weiteren, schneebedeckten Bergen eingefasst ist
Schlegeis Stausee von oben

Wanderung zur Olpererhütte über den Direktzustieg

Auf der Wanderung vom Schlegeis Stausee zur Olpererhütte werden 600 Höhenmeter auf einer Strecke von rund 3 km überwunden. Laut Beschilderung der Wegweiser dauert der Aufstieg rund 1,5 Stunden – die Zeitangabe passt gut, wenn du nur wenige Pausen machst und ausdauernd bist.

Vom Parkplatz am Schlegeis Stausee folgst du zunächst für ein paar Minuten der asphaltierten Straße am Stausee entlang. Nach kurzer Zeit findest du an der Bergseite einige Wegweiser für Wanderwege, auch für den Direktzustieg zur Olpererhütte; dieser ist mit der Nummer 502 ausgewiesen. Allerdings brauchst du keine Schilder mehr zur Orientierung, sobald du auf dem Weg bist. Von da an gibt es nämlich nur noch einen Wanderweg, der stetig bergauf führt.

Der kurvenreiche Wanderweg bietet unterwegs immer wieder traumhaft schöne Ausblicke auf den Schlegeis Stausee mit den Bergen im Hintergrund. Dafür musst du dich nur ab und zu ein wenig umsehen oder auch mal zurückblicken. Nach oben hin ist ebenfalls ein tolles Bergpanorama zu sehen und nach einer Wanderung von rund 2 km und 400 Höhenmetern kommt zum ersten Mal die Olpererhütte in Sicht. An der Seite des Wanderweges findest du hier eine große Bank – den „Olpererhüttenblick“.

Bank „Olpererhüttenblick“ auf dem Weg zur Hütte
steiniger Wanderweg führt am Berg entlang, rechts vom Wanderweg liegen grüne Hügel mit weiteren Geröllfeldern und einem Wasserfall
Wanderweg zur Olpererhütte

Von jetzt an wanderst du immer mit dem Ziel vor Augen weiter bis du in ein etwas flacheres Gelände kommst. Dort gibt es eine kleine Strecke, die fast eben verläuft und auf der du über kleine Stege Wasserläufe überquerst. Hier kannst du vielleicht auch einige Schafe entdecken, die auf den Wiesen grasen.

Auf den letzten Metern zur Olpererhütte geht es dann noch einmal steil bergauf, aber das Ziel ist nahe. An der Hütte angekommen wirst du mit einem unglaublichen Ausblick auf den Stausee belohnt und kannst dich auf der Hütte mit einem leckeren Essen und Getränk stärken. Es gibt eine große Sonnenterrasse und drinnen kannst du direkt an einem Panorama-Fenster sitzen und genießt ebenfalls einen super Ausblick.

Für den Rückweg kannst du nun den gleichen Weg wie auf dem Hinweg wählen oder über die Neumarkter Runde absteigen. Wenn du noch viel Zeit übrig hast und geübt bist, kannst du auch die weiter unten beschriebene Route über das Friesenberghaus nehmen.

Herz aus Metall mit bunten Fähnchen steht auf einem Berg, der zu einem blauen Bergsee abfällt. Der See ist von weiteren Bergen umgeben.
Aussicht auf den Schlegeis Stausee kurz oberhalb der Olpererhütte

Olpererhütte

Die Olpererhütte ist eine Hütte des Deutschen Alpenvereins und liegt auf einer Höhe von 2.389 m. Je nach Wetterverhältnissen ist die Hütte von ca. Mai bis Oktober bewirtschaftet und bietet auch Schlafplätze an (mit Reservierung). Mehr Infos rund um die Olpererhütte findest du hier.

Kebema Panoramabrücke

Angekommen an der Olpererhütte fragst du dich nun vielleicht, wo denn die bekannte Hängebrücke mit Blick auf den Schlegeis Stausee ist. Um dorthin zu gelangen, folgst du dem Wanderweg bergauf noch ein kleines Stück weiter. Zunächst kommst du an einem Herz vorbei und kurze Zeit später kannst du schon die Hängebrücke erspähen. Wenn du mittags dort bist, musst du schon ein wenig Wartezeit für ein Foto mit einplanen. Bei uns waren es Anfang September noch gut 25 Minuten Wartezeit; ich kann mir vorstellen, dass es in der Hochsaison durchaus noch mehr sein könnte.

Frau sitzt auf einer Hängebrücke, die hoch über einem Stausee in den Bergen hängt. Der Stausee im Tal ist umgeben von schneebedeckten Bergen.
Kebema Panoramabrücke

Wanderung über den Berliner Höhenweg zum Friesenberghaus

Von der Olpererhütte aus führt der Berliner Höhenweg weiter zum Friesenberghaus und dann hinunter zum Schlegeis Stausee. Dieser Wanderweg ist (zu Recht) als schwarzer (schwerer) Bergweg gekennzeichnet und die Zeitangabe bis zur Friesenberghütte ist mit 2 Stunden realistisch. Für den Abstieg vom Friesenberghaus zum Schlegeis Stausee sind weitere 2 Stunden einzuplanen.

Um diesen Wanderweg zu gehen, überquerst du die Kebema Panoramabrücke und folgst wieder dem einzigen Weg, den es gibt. Auf einem schmalen Pfad am Berg geht es nun weiter und nach kurzer Zeit kommt das erste Wegstück mit einem Geröllfeld. Hier gibt es nun keinen Weg mehr sondern nur noch Markierungen des Wanderweges und es gilt, sich den Weg über die großen Steine zu suchen. So verläuft der Weg leicht ansteigend für etwas mehr als 3 km. Auf dem letzten Stück gibt es außerdem mehrere Scharten mit Flussläufen, die überquert werden müssen. Hier führt zunächst ein sandiger Weg steil bergauf und direkt hinter dem Flusslauf wieder hinauf.

schmaler Weg mit weiß-roter Markierung für den Wanderweg führt zwischen Geröllfeldern über einen Bergkamm. Im Hintergrund sind hohe Berge bei blauem Himmel zu sehen
Wanderweg auf dem Weg zum Friesenberghaus

Immer wieder gibt es Geröllfelder und sehr schmale Wege an einem steil abfallenden Berg. Deshalb ist dieser Weg auch nur für schwindelfreie und trittsichere Bergwanderer geeignet. Der Wanderweg erfordert noch einmal etwas Kondition, denn es werden noch einmal rund 300 Höhenmeter bergauf zurückgelegt. Unterwegs kannst du eine zeitlang noch unglaublich gute Ausblicke auf den Schlegeis Speicher erhaschen, bevor dieser verschwindet und erst beim Abstieg wieder sichtbar wird. Außerdem wanderst du auf der Rückseite des Hintertuxer Gletscher und du kannst über dir die Bergstation der Gondelbahn an der Gefrorenen Wand sehen.

Auch wenn das Friesenberghaus nach einiger Zeit schon in Sicht kommt, ist der Weg noch weiter als gedacht. Der Ausblick ist aber unglaublich gut. Direkt neben dem Friesenberghaus kannst du den Friesenbergsee erblicken, der blau leuchtet. Vom höchsten Punkt der Wanderung auf ca. 2.650 m aus gilt es dann wieder einige Höhenmeter relativ steil über einen steinigen Weg bergab zu laufen bis das Friesenberghaus auf 2.498 m erreicht wird.

Nach gut zwei Stunden hast du nun den schwierigsten Teil der Wanderung hinter dich gebracht und es folgt noch ein 1,5- bis 2-stündiger Abstieg hinunter zum Schlegeis Stausee.

glasklarer, blauer Bergsee liegt inmitten von steinigen Berg
Friesenbergsee mit dem Friesenberghaus ein Stück darüber

Abstieg vom Friesenberghaus zum Schlegeis Stausee

Vom Friesenberghaus aus liegt nun noch ein Abstieg von ca. 5 km und 700 Höhenmetern vor dir; die Strecke scheint jetzt erst einmal lang, lässt sich aber gut in 1,5 bis 2 Stunden bewältigen. Der Weg hinunter bis zum Schlegeis Stausee geht stetig bergab und hält keinerlei Schwierigkeiten mehr bereit. Über etwas breitere, steinige Bergwege führt der Wanderweg durch ein malerisches Tal mit einigen Wasserfällen und Bachläufen hinab. Ab und zu musst du einen Holzsteg überqueren und nach einer Weile kommt der Schlegeis Speicher wieder in den Blick.

Von da an ist es wirklich nicht mehr weit und der steinige Weg ist schon durch grüne Wiesen abgelöst worden. Über die Wiesen und viele Stege, die matschige Passagen überbrücken, geht es weiter hinunter in Richtung Stausee. Zum Schluss folgt noch eine kurze Passage mit einigen Kehren durch ein Waldstück. Hier musst du nur auf die Wurzeln aufpassen, ansonsten lässt sich der Weg sehr schön laufen. Kurz vor der Dominikus Hütte gilt es noch einen etwas größeren Wasserfall zu überqueren. Hier gibt es eine Holzbrücke, die auch mit einem Drahtseil gesichert ist. Dahinter führt der Weg durch den Wald dann schon zum Parkplatz am Schlegeis Speicher.

Bild zeigt einen steinigen Pfad auf einem Berg mit Gras und Blick auf einen Stausee darunter. Der See ist an der Rückseite von schneebedeckten Bergen umgeben
Blick auf den Schlegeis Stausee beim Abstieg vom Friesenberghaus

Fazit zur Wanderung zur Olpererhütte

Die Wanderung ist ein unglaublich tolles Erlebnis in der Natur und der Ausblick auf den Schlegeis Stausee ist einfach atemberaubend schön. Ich habe die Wanderung Anfang September unternommen (also in der Nebensaison); zu dieser Zeit waren noch einige Wanderer mit uns auf dem Weg zur Olpererhütte, aber es war nicht überlaufen. Ich empfehle dir auf jeden Fall früh mit der Wanderung zu starten, um oben an der Hütte noch genügend Zeit zum Genießen der Aussicht zu haben und wunderbare Bilder machen zu können.

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  • Wo liegt die Olpererhütte?

    Die Olpererhütte liegt auf einer Höhe von 2.389 m in den Zillertaler Alpen im Ort Ginzling.

  • Wie lang ist die Wanderung zur Olpererhütte?

    Die Wanderung über den direkten Zustieg ist für einen Weg ca. 3 km lang und es werden 600 Höhenmeter zurückgelegt.

  • Wie schwierig ist die Wanderung zur Kebema Panoramabrücke?

    Die Wanderung zur Olpererhütte ist über den Direktzustieg mittelschwer und für jeden Wanderer mit Kondition und Trittsicherheit gut machbar. Die Panoramabrücke liegt nur wenige Meter oberhalb der Olpererhütte.

9 Comments

  • Lisa

    Liebe Corinna, welch eine herrliche Wanderung. Das sieht einfach traumhaft aus. Allerdings ist der Aufstieg wirklich nur etwas für geübte Wanderer und trittsicherheit ist da wirklich gefragt. Ist es dann nicht sogar besser nach oben zu gehen und nach unten zu fahren? Kann mir vorstellen, dass es etwas rutschiger zugeht, wenn man nach unten läuft.

    Liebe Grüsse
    Lisa von wanderwithlilu

    • Corinna

      Hallo Lisa,
      der Wanderweg ist beim Aufstieg über den direkten Zustieg wirklich noch nicht zu schwierig und mit Kondition gut machbar. Eine Gondel gibt es dort in der Gegend nicht, von daher sollte genug Kraft für Hin- und Rückweg eingeplant werden. Unsere Route war durch den Rundweg über das Friesenberghaus schwierig und nicht für jeden geeignet.
      Liebe Grüße
      Corinna

  • Britta

    Hallo Corinna,
    die Tour sieht wirklich nach einer großartigen Tour aus! Und auch das Wetter scheint ja super gepasst zu haben. Das merke ich mir direkt vor, wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin.
    Viele Grüße
    Britta

    • Corinna

      Hallo Britta,
      die Tour war wirklich traumhaft und das Wetter war wirklich super gut 🙂
      Im Zillertal gibt es echt viele schöne Touren für einen längeren Aufenthalt.
      Liebe Grüße
      Corinna

  • Kommrum Reisen (Nina)

    Oh, das Bild von der Hängebrücke haben wir schon sooo oft gesehen inzwischen und wollen unbedingt nächstes Jahr in der Gegend eine Tour machen! 🙂

    Gerade der Weg über das Friesenberghaus hört sich perfekt für uns an. Haben den Bericht direkt mal abgespeichert!

    • Corinna

      Hallo Nina,
      das Bild ist ja wirklich so berühmt geworden. Dadurch bin ich tatsächlich auch erst auf diese Tour gekommen und habe sie in diesem Jahr gemacht, obwohl ich schon so oft im Zillertal war.
      Der Weg über das Friesenberghaus war anspruchsvoll, aber einfach toll 🙂

      Liebe Grüße
      Corinna

    • Corinna

      Hallo Sabine,
      ja die Wanderung war ein Traum 🙂 Wir waren schon wirklich oft im Zillertal, entdecken aber immer wieder neue Ecken und waren in diesem Jahr noch an ganz anderen Orten dort wandern.
      Liebe Grüße
      Corinna

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